Nicht die Momentaufnahme macht den Schaden, sondern die Dosis aus Intensität mal Zeit. IoT‑Sensoren erfassen Lux, teilweise auch UVA und UVB, und rechnen in Luxstunden. Besonders UVA zwischen 315 und 400 Nanometern beschleunigt das Ausbleichen von Aquarellen und Textilien. Sichtbares Blau kann ebenfalls schaden. Mit gut gewählten Grenzwerten vermeiden Sie Alarmfluten und erkennen trotzdem gefährliche Expositionsmuster, bevor Farben kippen oder Lackfilme spröde werden.
Aquarelle, Farbstifte, Fotografien auf Papier und historische Textilien reagieren extrem sensibel. Öl auf Leinwand ist moderat empfindlich, während Keramik oder Metall deutlich robuster sind. Holzoberflächen vergilben und bekommen ungleichmäßige Patina, besonders an Kanten. IoT‑Sensorik hilft, diese Unterschiede praktisch zu berücksichtigen: Für sensible Stücke niedrigere Schwellen und engere Überwachung, für robuste Objekte großzügigere Werte. So entstehen differenzierte Entscheidungen statt pauschaler Verdunkelung.
Eine kleine Galerie in Dresden montierte diskrete Lichtsensoren nahe eines Pastells. An sonnigen Wintertagen stieg die Dosis überraschend stark, weil die tief stehende Sonne direkt traf. Die App meldete frühzeitig eine Überschreitung, empfahl leichte Verschattung und kürzere Präsentationszeiten. Das Team reagierte sofort: Jalousien kippen, Spotlicht reduzieren, Wochenplan anpassen. Das Bild blieb brillantecht, und die Besucher bemerkten den Eingriff kaum. Messwerte führten zu eleganten, beinahe unsichtbaren Schutzmaßnahmen.
Innenraumsensoren messen, was tatsächlich an der Oberfläche ankommt, wenn Reflexionen und Vorhänge wirken. Direkt an der Fensterbank platzierte Sensoren erfassen härtere Spitzen, sind aber sonnenexponiert und brauchen Hitzetoleranz. Außensensoren helfen, die Sonnensituation vorausschauend zu modellieren. Eine Kombination liefert die besten Hinweise: Außen für Prognosen, Fensterbank für Spitzen, Objektzone für realen Schaden. Wichtig ist ein blendfreier Blick, keine Schattenwürfe durch Pflanzen, und eine feste, wiederholgenaue Position.
Zigbee und Thread bauen stromsparende Mesh‑Netze, ideal für viele Sensorpunkte in größeren Wohnungen oder Galerien. WLAN bietet breite Kompatibilität, verbraucht jedoch mehr Energie. BLE eignet sich für gelegentliche Abfragen aus der Nähe. Prüfen Sie, ob Home Assistant, KNX, Matter oder Ihre bestehende Haussteuerung unterstützt werden. Ein robustes Netz verhindert Lücken in den Zeitreihen, minimiert Fehlalarme und ermöglicht Automationen wie Jalousien, Szenenlicht oder Benachrichtigungen ohne spürbare Verzögerung.
Knopfzellen halten bei sparsamer Messfrequenz viele Monate, besonders mit Schlafmodi und Berichtsintervallen. Netzbetriebene Geräte sind wartungsarm, brauchen jedoch eine Steckdose. Solarassistierte Innenmodule funktionieren nahe heller Fenster erstaunlich gut. Achten Sie auf ersetzbare Batterien, klare Laufzeitangaben und Schutz gegen Staub. Regelmäßige, sichere OTA‑Updates halten Sensoren präzise und schließen Sicherheitslücken. Ein transparenter Wartungsplan verhindert Ausfälle in der hellsten Saison, wenn Dosiszuwachs am schnellsten steigt.
Beginnen Sie mit einem Grundriss und markieren Sie Fenster, Spiegel, helle Böden und glänzende Tische. Führen Sie Messrunden morgens, mittags und nachmittags durch, besonders zu Zeiten direkter Einstrahlung. Notieren Sie Spitzen, Durchschnittswerte und Schattenbewegungen. Platzieren Sie Sensoren dort, wo Oberflächen wirklich leiden könnten: Kanten von Sideboards, Stofflehnen, Bilder auf Innenwänden nahe heller Durchgänge. Diese Kartierung spart spätere Umbauten und verhindert blinde Flecken in der Überwachung.
Konservatorische Praxis empfiehlt für sehr empfindliche Objekte etwa 50 Lux, für moderate 150 bis 200 Lux. Zusätzlich zählt die kumulierte Dosis pro Ausstellung oder Saison. Setzen Sie Warn- und Abschaltgrenzen mit Hysterese, um Flattern zu vermeiden. Planen Sie saisonale Profile, da Wintersonne tief einfällt und Sommerwolken trügerisch wechselhaft sind. Passen Sie Grenzwerte an Material, Alter, Pigmenttyp und gewünschte Präsentationsdauer an, statt starre Zahlen überall zu erzwingen.
Blaue‑Woll‑Standards, bekannt aus der Konservierung, bieten praktische Referenzen für Lichtempfindlichkeit. Platzieren Sie kleine Teststreifen neben gefährdeten Objekten, dokumentieren Sie Veränderungen fotografisch und vergleichen Sie sie mit Sensorprotokollen. Stimmen Muster überein, sind Kalibrierung und Grenzwerte plausibel. Weichen Kurven ab, prüfen Sie den Einfallswinkel, Reflexionen durch Glas oder falsche Ausrichtung. Diese einfache, visuelle Methode schafft Vertrauen bei Besitzern und liefert überzeugende Argumente für sanfte Eingriffe.
All Rights Reserved.